Samstag, 2. August 2014

Weizenfrei leben [Einstieg und Zwischenmahlzeiten]

Wer seine Ernährung (dauerhaft!) umstellen möchte bzw. aus gesundheitlichen Gründen muss (Zöliakie)- wird sich vielleicht mit als erstes die Frage stellen:
"Was esse ich jetzt den ganzen Tag?
und
"Was darf ich überhaupt noch essen?"




Ein schöner Nebeneffekt der Weizen- bzw. Glutenfreien Ernährung ist, dass man nach der Zeit der Umstellung tatsächlich nicht mehr dauernd ans Essen denkt.
Also (Heisshunger)-Besuche in Bäckereien, Imbissen, Backshops und ähnlichem unterwegs entfallen.
Das Hungergefühl reguliert sich wieder auf ein natürliches Maß, in meinem Fall auf 3-4 Mahlzeiten täglich.

Wie William Davis in seinem Buch schreibt, sollte man die ersten Tage der Umstellung möglichst auf ein langes Wochenende/ Urlaub legen.
Jeder Körper reagiert anders auf den Weizenentzug..
(Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Kreislaufprobleme sind möglich)

Mir ging es von Anfang an gut, ich bemerkte keine negativen Auswirkungen-
im Gegenteil, nach 1-2 Tagen fühlte ich mich bereits fitter und wacher.
Die ersten Tage muss erst einmal das "Umdenken/Umlernen" stattfinden, um nicht einfach aus Gewohnheit zwischendurch zu Keksen und Co. zu greifen.
Auch Magen und Darm müssen sich an die neue Kost gewöhnen.
Ich achte zusätzlich immer auf eine ausreichende Trinkmenge (Wasser, Tee)

Hier mal ein Beispiel aus meinen ersten Umstellungstagen:

Frühstück:  Rührei mit Tomate ,etwas Käse, Sonnenblumenkerne

Mittag: 1 Stück gebratener Lachs, Eisbergsalat

Zwischenmahlzeit: eine kleine Handvoll Mandeln

Abend: Tomaten/ Mozarella


Zum Thema Brot/ Backwaren:

ich bin keine Allergikerin und esse (entgegen der Aussagen von Herrn Davis!)
ab und an Kornbrot (Dinkel, Roggen),
Pumpernickel und auch Knäckebrot.
Jeweils ohne Weizenmehlzusatz.
Natürlich gilt hier: alles in Maßen, nicht in Massen ;)
Tipp: Weizenfreie Brotsorten findet man zB bei dm/ Kaufland.


Zöliakiepatienten müssen bei Backwaren auf Ersatzprodukte ohne Gluten ausweichen.
Überhaupt ist es schwieriger, denn alle Lebensmittelzutatenlisten müssen besonders gründlich geprüft werden.

Glutenfreie Getreidesorten sind zB:

-Buchweizen
-Amarant
-Guarkernmehl
-Kartoffeln
-Mais
-Soja
-Tapioka
-Reis
-Hirse
-Johannisbrotkernmehl

Gluten ist enthalten in folgenden Getreidesorten:

Weizen, Roggen, Gerste,
Grünkern, Dinkel,
Kamut, Einkorn, Urkorn,
Emmer, Hafer, Triticale

Quelle Informationen über Getreide, Zöliakie und andere Unverträglichkeiten

Gerade beim Frühstück muss jeder selbst ausprobieren,
womit er möglichst gut durchhält, ohne Heisshungerattacken zu bekommen.
Viele mögen morgens Quark oder Joghurt zB verrührt mit etwas Amarant.
Auch Spiegel/ Rührei halten länger satt.

Zum Thema Zwischenmahlzeiten:

Natürlich habe ich an manchen Tagen mehr Hunger, an manchen weniger.
Oft spielt ja auch Stress, Termindruck, Aktivitäten usw. eine Rolle.
Ich esse auch mal ein (Frucht/ Wasser-) Eis, trinke Kaffee oder esse etwas Schokolade.
Es geht hier nicht um eine Diät, sondern um eine dauerhafte Ernährungsumstellung.


Bewährte Zwischenmahlzeiten/ Snacks in meinem Alltag sind:

-Nüsse Natur (ohne Salz, Zucker, Fett) (z.B. Mandeln, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne)



(hier kann ich euch aus Preisgründen empfehlen, in der Backabteilung zu stöbern)

- ein Stück Käse

(zB. Edamer oder Gouda lässt sich gut in Würfel schneiden und mitnehmen)

-hartgekochtes Ei

-Hüttenkäse (körniger Frischkäse)

-Gemüsesticks (evtl. mit Tzatziki oder Knoblauchdipp)

-selbstgemachtes Popcorn (ohne Salz oder Zucker)




bei Lust auf Süßes:


-Käsekuchen glutenfrei (Rezept folgt)

-Hüttenkäse, Joghurt oder Quark mit etwas Süßstoff/ Zimt verrührt

-1-2 Stücke Bitterschokolade (möglichst hoher Kaokaoanteil)

-Paleo-Pancakes (Rezept folgt)

-Frozen Joghurt (mit Süßstoff, Zitrone)

Ganz allgemein ist zusätzlich zu dem Verzicht auf Gluten bzw. Weizen wichtig, dass die (Zwischen)Mahlzeiten den Blutzuckerspiegel niedrig halten.
Deshalb esse ich Obst -wenn überhaupt- nur in kleinen Mengen zu Hauptmahlzeiten,
denn es enthält natürliche Süße (Fruchtzucker).
Insgesamt ist die weizenfreie Ernährung auf jeden Fall eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsform.

Gerade in den ersten Wochen habe ich konsequent auf Obst, Kartoffeln, Süßigkeiten, Haferflocken, Reis und fertige Glutenersatzprodukte (spezielle Kekse, Nudeln, Teige) verzichtet.
Es macht Sinn, etwas Geld in hochwertige Öle/ Fette zu investieren.
Weizenfreie Ernährung ist keine fettreduzierte Ernährung!
Besonders mag ich mittlerweile Marktbesuche und den Einkauf auf dem Bio-Bauernhof.
Es macht Spaß, mal andere Gemüsesorten und Kräuter auszuprobieren und viele Gerichte schmecken sogar unseren beiden Kindern!

Das alles hat mir den Einstieg in die neue Richtung sehr erleichtert und führte schnell zu sichtbaren und spürbaren Erfolgen.
(Besseres Hautbild, weniger Asthmabeschwerden und Sodbrennen, weniger "Zittrig", fitter, kann mich besser konzentrieren)

Ich kann nur empfehlen, es einfach mal auszuprobieren und hoffe, die ein oder andere Anregung war hier für euch dabei?


Im nächsten Teil geht es um das Thema
"wie halte ich durch", "wie reagiert meine Familie?",
Familienfeste, Restaurantbesuche und ähnliches.


Schreibt mir doch, wie es bei euch war/ ist?
Habt ihr noch Tipps für den Einstieg?

Bis bald,











Anmerkung:

im Falle einer ärztlich nachgewiesenen Glutenunverträglichkeit/ Allergie (Zöliakie) solltet ihr euch in jedem Fall professionellen Rat/ Lektüre suchen.
DZG klick
Von meiner Mama weiß ich, wie schwierig es im Alltag für Allergiker sein, kann, Glutenfallen zu entlarven.
Ich schreibe hier über meinen Weg, auch wenn dieser nicht zu 100% den Ansichten von William Davis und seinem Buch "Weizenwampe" entspricht!













1 Kommentar:

  1. Hallo Julia, seit 3 Monaten ernähre ich mich weizenfrei. Ich habe bei kaufland ein leckeres weizenfreies Vollkornbrot entdeckt. Ansonsten backe ich wieder selbst Brot - wieder weil ich schon mal damit begonnen hatte und nicht dran geblieben bin. Sandra

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